Erste Trainerentlassung perfekt

4. August 2009 | Von Christian S. | Kategorie: Bundesliga

Der erste Gegner der Werkself wird am kommenden Samstag der 1. FSV Mainz 05 sein. Ein Verein, der nach zwei Jahren in der 2. Liga wieder ins Fußball-Oberhaus zurückgekehrt ist, derzeit von Verletzungssorgen geplagt wird wie kaum eine andere Mannschaft und etwas getan hat, was sich bisher noch kein anderer Verein in der Bundesliga getraut hat – seinen Trainer noch vor dem ersten Spieltag zu entlassen.

Drei Tage nach dem peinlichen Aus im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten VfB Lübeck (1:2 n.V.) und fünf Tage vor dem ersten Ligaspiel gegen die Werkself trennte sich der 1. FSV Mainz 05 von Jörn Andersen, mit dem man erst kürzlich noch den Aufstieg in die 1. Liga feierte. Dabei kommt die schnellste Trainerentlassung der Bundesligageschichte längst nicht so überraschend, wie man vielleicht meinen könnte.

Bereits in der Saisonvorbereitung war der als Disziplin-Fanatiker geltende Andersen in die Kritik geraten, als zeitweilig bis zu 14 Spieler nicht einsatzfähig waren. Während die medizinische Abteilung ihm vorwarf, zu viel zu trainieren und die Spieler kaputt zu schleifen, wies Andersen die Schuld an der Verletzungsmisere von sich und verärgerte stattdessen lieber seine Spieler, indem er sämtliche private Fotos von den Spinden in den Umkleidekabinen entfernen ließ. Sein Mangel an Kommunikationsbereitschaft – Einzelgespräche mit den Spielern fanden während der Vorbereitung so gut wie gar nicht statt – kam bei der Vereinsführung ebenfalls nicht gut an und führte letztendlich auch zu seiner Entlassung. “Wir haben festgestellt, dass Jörn Andersen einen anderen Weg eingeschlagen hat, als wir ihn für richtig halten. Wir haben lange gehofft, dass sich das noch zusammenfügen lässt, aber es ging einfach nicht”, begründete Manager Christian Heidel die Entscheidung. FSV-Präsident Harald Strutz sieht das genauso und hält nichts von einer Aufschiebung des ohnehin Unvermeidlichen: “Da ist es konsequenter und auch ehrlicher, einen klaren Schnitt zu machen, als eine Entscheidung mit halbgaren Treueschwüren aufzuschieben.”
Das ist in der Tat konsequent – und sollte ruhig öfter so gehandhabt werden.

Neuer Cheftrainer der Mainzer ist der bislang unbekannte Thomas Tuchel, der zuvor die U 19 betreut hat. “Das ist auch für mich eine große Überraschung”, gibt er offen zu. “Ich lebe jetzt meinen Traum.” Mal schauen, wie lange sie ihn träumen lassen.
Tuchels Hauptaufgabe wird jetzt erstmal sein, trotz der zahlreichen Ausfälle eine funktionierende Mannschaft zu formen. Wenn ihm dies nicht möglichst schnell gelingt und der Saisonstart in die Hose geht, droht es für Mainz eine sehr schwere Saison zu werden. (Was sie wahrscheinlich auch so oder so werden wird.)

Nichts desto trotz wünsche ich ihm und Mainz für die anstehende Saison alles Gute.

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  1. [...] Fußballerlebens. Es geht zum Aufsteiger Mainz 05, der erst Anfang der Woche durch die schnellste Trainerentlassung der Bundesligageschichte aufgefallen war und während der Saisonvorbereitung mit allerlei [...]