Hinten hui, vorne pfui

18. Oktober 2009 | Von Christian S. | Kategorie: Der Bayer

Die Erwartungen waren hoch vor dem Spiel zwischen dem HSV und Bayer Leverkusen – und wurden nicht erfüllt. 0:0 endete die glanzlose Partie zwischen dem Zweiten der Liga und dem Tabellenführer.

Die Werkself aus Leverkusen war von Anfang an sichtlich darauf bedacht, hinten sicher zu stehen und die Hamburger nicht zu Torchancen kommen zu lassen, was gegen die derzeit torgefährlichste Mannschaft der Bundesliga auch erstaunlich gut gelang. Der HSV hatte zwar grob geschätzt doppelt so viel Ballbesitz wie die Bayer-Mannschaft, wirkte aber im Spiel nach vorne über weite Strecken hinweg einfallslos und ungefährlich, so dass die Großchance durch Torun in der 79. Minute im Grunde die einzige vielversprechende Möglichkeit der Hamburger blieb, gegen defensiv stark aufspielende Leverkusener in Führung zu gehen.

In der Offensive lief bei der Werkself allerdings auch nicht wirklich viel zusammen – zu schnell landete der Ball beim Gegner, Chancen blieben auch auf Seiten der Rheinländer eher Mangelware. Und trotzdem hatte Leverkusen die ein oder andere aussichtsreiche Gelegenheit, das eher langweilige und an Höhepunkten arme Spiel für sich zu entscheiden. Durch Castro beispielsweise, der nach 32 Minuten nur knapp das Tor verfehlte, oder durch Hyypiä und Kießling kurz vor Ende des Spiels. Beide scheiterten jedoch am hervorragend reagierenden Frank Rost. Dass ein Torerfolg ausblieb, war letztendlich aber auch in Ordnung – einen Sieger hatte diese lahme Partie ohnehin nicht verdient.

Stimmen zum Spiel:
Simon Rolfes bringt es auf den Punkt: “Für uns war es erst mal wichtig, hinten gut zu stehen. Wir haben nichts zugelassen, aber wir hätten nach vorne sauberer spielen müssen. Wenn wir etwas mutiger gespielt hätten, wären wir auch zu mehr Chancen gekommen.”

“Unsere Verteidigung war perfekt”, stellt Sami Hyypiä richtig fest, “nur im Spiel nach vorne hätten wir noch tapferer sein können.”

“Ich habe erwartet, dass das Spiel so läuft”, meint Jupp Heynckes nach der Partie. “Viele Spieler waren nach den zwei Länderspielen nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Ich hätte mir gewünscht, dass wir mutiger nach vorne spielen.”

Und Bruno Labbadia resümiert: “Wir mussten das Spiel machen, Leverkusen hat dagegen auf den ersten Fehler gewartet. Meine Mannschaft hat sehr viel investiert. Uns hat aber die letzte Durchschlagskraft gefehlt. Spieler wie Petric oder Guerrero sind halt schwer zu ersetzen.”

Gut und schlecht:
Hervorragend war in dem Spiel gegen den HSV die Abwehrarbeit der Werkself. Mit nur fünf Gegentoren aus nun neun Spielen kann man mehr als zufrieden sein. Großen Anteil an dem vierten “zu Null”-Spiel in Folge hatte (mal wieder) der bärenstarke Sami Hyypiä, der sage und schreibe 87% seiner Zweikämpfe gewinnen konnte. Wie alt soll der nochmal sein?

Nicht gut war hingegen das Spiel nach vorne. Da ist man von Leverkusen wirklich anderes gewohnt. Wie auch von Eren Derdiyok, an dem das Spiel vollkommen vorbei lief und der gegen Hamburg wohl schlechtester Leverkusener war.

Die nackten Fakten des Spiels:
Hamburger SV: Rost – Demel, Boateng, Mathijsen, Aogo, Jarolim, Ze Roberto, Trochowksi (68. Pitroipa), Elia, Berg, Arslan (39. Torun)
Bayer 04: Adler – Schwaab, Friedrich, Hyypiä, Castro, Vidal, Rolfes, Barnetta, Renato Augusto (71. Reinartz), Kießling, Derdiyok (59. Kroos)
Tore: -
Gelbe Karten: Demel – Barnetta, Vidal, Kießling
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft – HSH-Nordbank Arena, Hamburg)

Mein Moment des Spiels:
Auch nach einmal drüber schlafen fällt mir wirklich kein herausragender Moment ein.

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5 Kommentare
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  1. moment des spiels: marcel reif kommentiert in der 75ten minute das verlassen des stadions einiger zuschauer mit den worten: “das müssen fußball-experten sein.”

  2. Witzig finde ich den Ausdruck “tapfer” von Hyypiä! Wie kleine, abenteuerlustige Kinder, die sich das Knie aufgeschrammt haben und nun ein Pflaster brauchen…

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