Zum Tod von Robert Enke
11. November 2009 | Von Christian S. | Kategorie: Bundesliga»Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord«, sagte Albert Camus. Das glaubt man nun offenbar allein durch die schiere Zahl der aufgefahrenen Kameras beantworten zu können.
Diese Art von enthemmtem Journalismus legitimiert sich gern selbst durch die vermeintliche Pflicht, informieren zu müssen. Doch wie kann diese Information an einem solchen Abend aussehen? Archive werden durchwühlt, Formkrisen und Schicksalsschläge des Robert Enke bilden Resonanzräume, in die man gierig hinein lauscht. Gerüchte werden zu Fakten, Hypothesen zu Erklärungen. Aus der scherenschnittartigen Charakteristik der öffentlichen Person, die Robert Enke war, werden Diagnosen für eine private Person konstruiert, von der niemand, der sich daran beteiligt, behaupten kann, dass er sie kannte.
Mutmaßungen sind hier nichts als Anmaßungen. Niemand weiß, was in Robert Enke vorging.
Und noch einmal: Wer will es wissen? Und wen geht es an?
RIP Robert Enke
Sehr traurig das.